Die Rosenfreunde des Bergischen Landes testen die Blumen speziell auf ihre Eignung für die häufig nassen Sommer in der Region.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Regine Bücken und Maike Wand (von links) kümmern sich um die Rosenpracht im Botanischen Garten.© Uli Preuss

Rosen machen nicht mehr Arbeit als andere Blumen im GArtikarten: Auch Stauden müssten ja durch regelmäßige Pflege wie Schnitte oder Teilen in Schuss gehalten werden, räumt Maike Wand mit dem gängigen Vorurteil über die „Königin der Blumen“ auf, sie sei besonders empfindsam. Außerdem seien Rosen durch ihre harten Blätter völlig uninteressant für die bei Gartenbesitzern verhassten Nacktschnecken. Die rücken bei feuchtwarmen Temperaturen mitunter in Scharen an und knabbern so manche Prachtstaude in einer einzigen Nacht nieder.

Die Wuppertalerin Wand ist Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Rosenkultur des Bergischen Landes, der in diesem Jahr als ältester Rosenverein Deutschlands seinen 140. Geburtstag feiern kann. Das Geheimnis für gesunde Rosen sei, für den Standort Solingen geeignete Sorten zu pflanzen, sagt sie nachdrücklich. Dann brauche es auch keine „Chemiekeule“, mit der sonst Mehltau, Rosenrost und Co. sonst zu Leibe gerückt werden müsse. „Wir haben nun einmal anderes Klima als zum Beispiel die Bodenseeregion, die mit viel Sonne aufwarten kann.“ Die bergischen Sommer seien von je her eher wechselhaft. „Das verträgt eben nicht jede Rose.“

Rosenfreunde versuchen sich auch an historischen Pflanzen

Im Botanischen Garten unterhalten die Rosenfreunde seit 1998 auf 220 Quadratmetern unter anderem ein Testbeet, wo sie zertifizierte ADR-Rosen (Allgemeine Deutsche Rosenneuheiten) auf ihre Tauglichkeit fürs Bergische Land prüfen. Diese ADR-Rosen hätten bereits den Stempel „besonders widerstandsfähig“, müssten sich aber etwa drei Jahre lang vor Ort bewähren, sagt Schriftführerin Regine Bücken. Sie ist der Solinger Teil des Vorstandes. Sie müssen beweisen, dass sie auch ohne Hilfe durch die Giftspritze gesund bleiben. Tatsächlich habe durch diese Methode in der Vergangenheit schon die eine oder andere Sorte durch eine andere ersetzt, sagt Regine Bücken. Auf diese Weise ist eine umfangreiche Liste wetterfester Strauch-, Beet-, Kletter-und Edelrosen, Teehybriden und Bodendeckern entstanden, die bei den Rosenfreunden erfragt werden kann.

Seit einiger Zeit versuchen sich die Rosenfreunde auch an historischen Pflanzen: Diese oft nur einmal blühenden Sorten betören durch ihren intensiven Duft, der Neuzüchtungen oftmals verlorengegangen ist. „Noch ist dieses Beet in der Testphase, aber bisher machen sich die Rosen ganz gut“, sagt Maike Wand.

50 Mitglieder, unter anderem aus Wuppertal, Solingen und Remscheid zählt der Verein derzeit, davon seien aber leider nur noch sechs in der Lage, vor Ort in den Beeten mitzuhelfen. Die anderen seien altersbedingt nicht mehr fit genug. Neben dem Botanischen Garten in Solingen, der dem Verein sehr am Herzen liegt und für den er auch die „Stiftung Botanischer Garten“ 1998 mit aus der Taufe gehoben hat, pflegt er Rosen im Wuppertaler Zoo und im Lenneper Hardtpark. „Auch der Botanische Garten im Wuppertal hat uns schon mehrfach angefragt, uns dort einzubringen, aber dafür sind wir inzwischen einfach zu wenig“, bedauert Maike Wand. Sie würde sich sehr freuen, neue Gesichter in ihren Reihen begrüßen zu können. Ungefähr vier Stunden im Monat sollte ein potenzielles neues Mitglied an Zeit für die Rosenpflege rechnen: Jäten, der jährliche Frühlingsschnitt, und regelmäßiges Düngen seien die Hauptarbeiten, die anfielen. Darüber hinaus bieten die Rosenfreunde regelmäßige Treffen zum Austausch und auch Vorträge an, die nicht nur Rosen betreffen, sondern generell für Gartenfreunde spannend sind.

Quelle:  Solinger Tageblatt